Sichtbar in der AI-Suche: Was Stiftungen jetzt wissen mĂŒssen

von Nikolai Tauscher ∗ 7 Min. Lesezeit ∗ aktualisiert am 29.01.2026

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Google meldet ĂŒber 5 Billionen Suchanfragen pro Jahr. Gleichzeitig beantwortet kĂŒnstliche Intelligenz (Artificial intelligence, AI) immer mehr Fragen direkt in der Suche. Die klassische Liste mit zehn blauen Links verschwindet zunehmend – stattdessen erscheinen AI-Antworten mit wenigen Quellenangaben.
  • JĂŒngere Zielgruppen verĂ€ndern ihr Suchverhalten rasant: Laut JIM-Studie 2024 nutzt die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland ChatGPT. In der Schweizer Gen Z ziehen viele ChatGPT sogar Google vor.
  • Der Traffic, der tatsĂ€chlich von AI-Assistenten wie ChatGPT weitergeleitet wird, ist aktuell noch minimal – im Schnitt nur etwa 0,2 % des Website-Traffics. Die Messung ist noch unscharf, die Tendenz mag steigen, aber zum Vergleich: etwa 60 % stammen aktuell weiterhin aus klassischer Google-Suche.
  • FĂŒr Stiftungen und Non-Profits heißt das: Sichtbarkeit verschiebt sich – von Klicks auf Websites hin zu PrĂ€senz in Antworten. Wer Vertrauen, Relevanz und Struktur sichtbar macht, bleibt auch in der neuen Suchlogik auffindbar.
  • Ein 7-Punkte-Plan zeigt Ihnen konkrete Maßnahmen zu Content, Belegen, externen Signalen, Struktur/Markup, Schnittstellen und Bot-Zugriff – sofort umsetzbar.

Mehr Suche denn je – aber Antworten stehen vorn

Google hat zum Jahreswechsel 2024/2025 kommuniziert, dass sie mehr als 5 Billionen Suchanfragen pro Jahr verarbeiten – so viele wie nie zuvor. Gleichzeitig verĂ€ndern sich die Ergebnisseiten grundlegend: Die neuen AI-Antworten (AI Overviews) erscheinen ĂŒber den klassischen Treffern und bĂŒndeln Informationen zu einer kompakten Antwort – oft mit 2 bis 4 Quellen.

Google fĂŒhrt außerdem einen neuen AI-Mode-Tab ein – ein Chat-Interface direkt in der Suche.
In Summe bedeutet das: Die wichtigsten Antworten erscheinen bereits auf der Ergebnisseite, bevor Nutzer:innen auf eine Website klicken.

FĂŒr Stiftungen, Non-Profits, Förderinstitutionen und soziale Organisationen ist das Chance und Herausforderung zugleich. Wer gut strukturierte, belegte und thematisch relevante Inhalte anbietet, wird hĂ€ufiger als Quelle der AI-Antwort genannt – und bleibt gleichzeitig in der klassischen Google-Suche sichtbar.

 

Was bedeutet das fĂŒr Stiftungen und Non-Profits?

In unseren Projekten sehen wir deutlich: Die meisten Besucher:innen kommen ĂŒber Google, und viele Suchen betreffen konkrete Zwecke – etwa „Bildungsförderung Stiftung“, „UnterstĂŒtzung fĂŒr Familien“, „Spendenprojekt Umwelt“. 

Solche Non-Brand-Suchanfragen konvertieren besonders stark, weil sie Nutzende ansprechen, die aktiv nach Engagement oder UnterstĂŒtzung suchen.

Wer hier weit oben rankt, gewinnt nicht nur Reichweite, sondern vor allem Vertrauen und potenzielle UnterstĂŒtzer:innen. Schwache Rankings bedeuten dagegen: Ihre Projekte bleiben unsichtbar – trotz guter Arbeit.

 

Wie viel Traffic kommt heute schon aus AI?

Laut einer US-Studie leiten AI-Assistenten wie ChatGPT derzeit im Schnitt nur rund 0,2 % des Web-Traffics auf Websites weiter. 

Auch wenn die Messung noch ungenau ist und die Tendenz steigen dĂŒrfte, ist es entscheidend, in der AI-Antwort selbst sichtbar zu sein. Denn dort werden meist nur drei bis vier Empfehlungen genannt. Wer nicht dazugehört, bleibt praktisch unsichtbar.

 

EEAT – menschliche Muster, maschinell verstĂ€rkt

Experience, Expertise, Authority, Trust (EEAT) – das sind keine Schlagworte, sondern zentrale Bewertungskriterien. Sowohl Nutzer:innen als auch Suchmaschinen und AI-Modelle orientieren sich daran.

FĂŒr Stiftungen und Non-Profits bedeutet das:
Zeigen Sie Erfahrung und Wirkung („Unsere Stiftung fördert seit 20 Jahren 
“), belegen Sie Expertise (Studien, Evaluationen, Partner), benennen Sie Verantwortlichkeiten (Autor:in, Projektleitung, TrĂ€ger, Zertifikate) und bauen Sie Vertrauen ĂŒber klare Quellen und Transparenz auf.

Das erfordert kein großes Budget – aber Fokus, Systematik und Struktur.

 

Der 7-Punkte-Plan

So bleiben Stiftungen und Non-Profits auch 2025 in Google & AI sichtbar

1. Kernfrage zuerst beantworten

Beginnen Sie jede Seite mit einer klaren Antwort auf die zentrale Frage Ihrer Zielgruppe – etwa: „Wie unterstĂŒtzt unsere Organisation Familien in der Region X?“
Verwenden Sie klare Überschriften, kurze AbsĂ€tze, Listen und FAQ-Blöcke.

2. Expertise & Erfahrung zeigen

Fallbeispiele, Projektberichte, Testimonials von Partnern oder BegĂŒnstigten. Formulierungen wie „Unsere Erfahrung aus 
“ oder „Im Projekt 
 konnten wir 
 erreichen“ schaffen NĂ€he und Belegbarkeit.

3. AutoritÀt & Vertrauen belegen

Fakten + Quellen: Nutzen Sie Studien, Leitlinien, Zertifikate wie beispielsweise QualitÀtssiegel. Eine Autorenbox mit Namen, Funktion und Hintergrund erhöht Transparenz. Externe Quellen sparsam, aber hochwertig verlinken.

4. Externe Signale aktivieren

Verlinkungen und ErwĂ€hnungen auf vertrauenswĂŒrdigen Websites, Portalen, Medienberichten Bewertungen oder FachverbĂ€nden stĂ€rken die digitale Reputation.
Bitten Sie Partnerorganisationen um Backlinks – kontinuierlich und kleinschrittig.

5. Struktur & Markup sauber umsetzen

Saubere Inhaltsstruktur (H1–H3, Listen, FAQ-Blöcke) und strukturierte Daten (z. B. Organization, Event, Project, Article) machen Inhalte maschinenlesbar und erhöhen die Chance, als Quelle in AI-Antworten zu erscheinen. Ihre Agentur kann das zuverlĂ€ssig fĂŒr Sie umsetzen.

6. Schnittstellen & DatenflĂŒsse klĂ€ren

Förderprogramme, Projektlisten, Veranstaltungen – halten Sie diese Informationen aktuell oder automatisieren Sie sie ĂŒber Ihre Website-Systeme. Konsistente Daten erhöhen Relevanz und Vertrauen in der Suche und AI-Antworten.

7. AI-Bots gezielt zulassen

PrĂŒfen Sie Ihre robots.txt und Firewalls: Seriöse Bots (z. B. Googlebot, GPTBot) sollten auf Ihre Inhalte zugreifen dĂŒrfen. Vermeiden Sie unbeabsichtigte Sperren, die AI-Systeme von Ihren Inhalten abschneiden. Gleichzeitig gilt: Monitoring etablieren und problematische Bots oder ĂŒbermĂ€ĂŸige Zugriffe gezielt blockieren – so bleibt Ihre Website sicher und fĂŒr legitime Systeme zugĂ€nglich.

 

Fazit und nÀchste Schritte

Die gute Nachricht: Sichtbarkeit lĂ€sst sich steuern – auch in der AI-Suche.

Wer Relevanz, EEAT-Signale und saubere Struktur kombiniert, wird in AI-Overviews zitiert und in klassischen Suchergebnissen belohnt.
Starten Sie mit drei bis fĂŒnf Kernthemen Ihrer Organisation, setzen Sie den 7-Punkte-Plan pragmatisch um und halten Sie Ihr Google-Profil aktuell.

Bonus: Schnellcheck fĂŒr Non-Profit-SEO

  • Google-Business-Profil: vollstĂ€ndig gepflegt, Kategorien/Attribute korrekt, Bilder aktuell
  • Bewertungen: aktiv einholen, wertschĂ€tzend auf Feedback reagieren, Kritik lösungsorientiert adressieren
  • Projektseiten: fĂŒr jedes Förderthema eine eigene, klar strukturierte Landingpage
  • NAP-Konsistenz: Name, Adresse, Telefonnummer ĂŒberall identisch (Website, Verzeichnisse, Social)
  • PageSpeed & Mobile UX: schnelle, klare, barrierefreie Seiten – besonders wichtig fĂŒr “Unterwegs”-Suchen

Über den Autor:

Nikolai Tauscher ist GeschĂ€ftsfĂŒhrer der igroup Internetagentur. Seit 1999 begleitet er Organisationen beim digitalen Marketing mit Fokus auf TYPO3, AI‑gestĂŒtzte Sichtbarkeit und Conversion. Er ist Referent auf Fachkonferenzen, Dozent fĂŒr Informationsdesign an der DHBW und Autor zahlreicher Artikel.

„Sichtbar wird, wer Klarheit liefert, Belege zeigt und Inhalte sauber auszeichnet.“

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